25.09.2016 William – Erste Eindrücke.

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Wo  soll ich anfangen. Jetzt sinds schon bald 2 Monate seit ich hier in der Evergreen Community in Kambodscha bin. Ja, ich kann sagen – ich bin angekommen.

Es gäbe so vieles zu erzählen, aber ich werde mich auf ein paar Punkte beschränken. Sonst müsste ich wohl ein ganzes Buch schreiben. Zuerst ein kleiner Bericht zu meinen ersten Englisch-Unterrichtserfahrungen. Anschließend noch ein paar kurze Notizen über persönliche Eindrücke meinerseits:

Englisch Unterricht:

Montags bis Freitags unterrichte ich täglich Englisch in der Klasse E2 am Nachmittag gemeinsam mit dem Lehrer Rotona. Die Kinder sind dort im Durchschnitt zwischen 9 und 13 Jahre alt. Außerdem übernehme ich gelegentlich Stunden der anderen Klassen, falls dort ein Lehrer ausfällt.

Die Kinder sind wirklich herzlich. Sie sind voller Energie und geben mir unglaublich viel zurück. Neben dem klassischen Unterrichten, versuche ich auch schon kleine Aktivitäten oder Spiele einzubauen, um die Kinder spielerisch zum Englisch sprechen zu ermutigen.

Was mich wirklich beeindruckt und berührt, ist ihre Einstellung gegenüber dem Lernen und wie sehr sie es schätzen, dass sie bei uns in die Schule gehen dürfen. Ich spüre fast täglich ihre Dankbarkeit. Besonders wenn die Schüler nach dem Unterricht einzeln zu mir kommen, sich bei mir verabschieden und sich für den Unterricht bedanken. Da bereitet mir das Arbeiten mit den Kindern gleich umso mehr Freude.

Manche sind natürlich auch dabei, die sich schwer tun. Außerdem schätze ich, dass nicht alle verstehen wofür sie überhaupt Englisch später im Leben brauchen werden. Hier in Kambodscha funktioniert sowieso alles in ihrer Sprache, viele Touristen gibt’s hier in der Stadt nicht und auch wenn einige von ihnen z.B. gerne einmal eine Reise nach Europa machen würden, für die meisten bleibt das wahrscheinlich nur ein Traum.

Und dennoch, mit voranschreitender Globalisierung, ist die internationale Kommunikation mithilfe Englisch meiner Meinung nach eins der kostbarsten Dinge, die wir den Kindern hier mit auf den Weg geben können.

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Weitere persönliche Eindrücke – mit Fotos:

  • Herzlichkeit:

Von fast allen Menschen hier spüre ich eine unglaubliche Herzlichkeit. Das überrascht mich immer wieder positiv. Von meiner Gastfamilie, von Arbeitskollegen, von Einheimischen, mit denen ich fast nur mit Händen und Füßen kommunizieren kann und natürlich besonders – von den Kindern.

  • Delikatessen aus dem Dschungel:

Ob Schildkröten oder Schlangen, Affen oder Reptilien – am Markt werden alle möglichen Delikatessen aus dem Dschungel verkauft – und zwar nicht als Haustiere, sondern zum Verzehr.

Ich wurde sogar aufgefordert, mit dem Fotos machen aufzuhören. Besonders weil das Handeln von diesen Tieren illegal ist. Aber wirklich zu kümmern, scheint das hier niemanden.

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  • Schlangen:

Ich hatte das Vergnügen, eine sehr kurze und etwas traurige Bekanntschaft mit 2 Schlangen zu machen. Eine sehr schöne ca. 2 Meter lange Schlange eines Morgens direkt vor meiner Zimmertür. Und eine etwas kleinere beim Fußballspielen mit den Jungs. Keine der beiden hat unser Treffen überlebt.

Bisher hatte ich Angst vor Schlangen, jetzt habe ich wohl eher Mitgefühl.

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  • Das Wetter:

„Heute ist ein wunderschöner Tag voller Sonnenschein – genießen Sie ihn.“ 2 Minuten später: -> entweder Blitz und Donner* oder Regen in Strömen (wie man in Englisch so schön sagt ‘It’s raining cats & dogs!‘)

*Oft wunderschön zu beobachten, aber die Stürme können hier wirklich sehr stark sein – kleine Donner, die sich wie Erdbeben anfühlen.

  • Müllentsorgung:

Bei der Müllentsorgung lautet das Motto hier „Zurück zum Ursprung“. Tja, nur leider nicht nur beim Bio-Müll.

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Das wars erstmal von mir. „Ohkun Tscharan“* fürs Lesen und Herzliche Grüße nach Österreich.

(*das heißt „Vielen Dank“ in der kambodschanischen Sprache Khmer)

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Childrenplanet 2014